Wie könnte man schöner den Sommer feiern? – Johanni 2016

Johannifeuer 2016 Schule

Von all den Festen, die wir an unserer Schule mit den Kindern das Jahr über feiern, mag ich persönlich das Johannifest am liebsten. Zumindest dem Kalender nach hat am 24. Juni, dem Fest Johannes des Täufers, der Sommer begonnen; es ist warm genug, draußen zu feiern, auf Holzbänken oder auf Decken im Gras zu sitzen, miteinander zu reden, später zu singen und zu tanzen, während die Kinder dazwischen herum rennen und spielen.

In einer Ecke des Schulhofes im Schatten sitzen einige Musiker. Wer hat sich dieses Jahr zusammengefunden aus Lehrern, Eltern und Schülern? Geige, Querflöte, Gitarre, Akkordeon, Banjo und sogar ein Fagott sind dabei! Die Viertklasslehrerin sammelt gerade ihre Kinder, Kopien mit Sommerliedern werden an sangesfreudige Gäste verteilt und schon klingen die hellen Stimme der über dreißig Viertklässler zusammen mit denen der Erwachsenen zum Spiel der Musiker:  Sommerkanons und andere Sommerlieder, die die Viertklässler eingeübt haben, klingen über den Hof. Dann wird das Buffett eröffnet, das sich aus all dem zusammensetzt, was die einzelnen Familien zu essen mitgebracht und auf die vorgerichteten Tische verteilt haben, für jedermann, sich zu bedienen: Salziges, Fruchtiges, Süßes, Gebackenes, Cremiges … für jeden ist etwas dabei. Man steht oder sitzt, begrüßt sich, redet, lacht und isst. In einer Ecke werden Kränze aus buntem Krepppapier geflochten, die sich die Kinder gerne auf den Kopf setzen, die bunten Bänder wehen beim Laufen hinter ihnen her.

Da sind die Viertklässler wieder, kommen einer hinter dem anderen mit brennenden Fackeln in der Hand und ziehen auf den Hof, stellen sich im großen Kreis um das in der Mitte aufgeschichtete Holz. Ihre Fackeln hoch erhoben rezitieren sie Goethes Gedicht  „Zünde das Feuer an“ und schreiten dann gemeinsam nach vorne, stecken ihre Fackeln zwischen die Holzscheite und treten wieder zurück in den Kreis. Während die ersten größeren Flammen sichtbar werden, beschwören sie in die vier Himmelsrichtungen die Macht und Pracht, die Klarheit und reinigende Wahrheit des Feuers. Dann holen sie ihre  Flöten  hervor und spielen ein Johannilied, zu dem sie schließlich feierlich wieder hinausziehen.

Doch gleich sind sie wieder da, die Musiker spielen auf und die Viertklässler tanzen einige  Kreistänze  vor, in die sich nach und nach immer mehr andere Kinder sowie Erwachsene einreihen. So setzt sich das Fest fort, mit Tanzen, Essen, Reden, Spielen, Stockbrot rösten und zwanglosem Beisammensein.

Allmählich brennt das große Feuer in der Mitte herunter , manche Gäste packen schon zusammen, andere kommen erst richtig in Schwung beim Tanzen, mutige Kinder beginnen über das noch glühende Feuer zu springen oder spielen und zündeln mit Stöcken in der Glut. Schließlich werden auch die Musiker müde und spielen zum letzten Kreistanz auf. Der Platz leert sich mehr und mehr. Nur auffällig viele Viertklässler sind noch da! Sie dürfen heute Nacht zusammen in einem großen Zelt mit Feuerstelle in der Mitte übernachten. Wie könnte man schöner den Sommer feiern!

Birgitta Rothaug, Klassenlehrerin der 4. Klasse

 

 

 

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